FESTAKT zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Heimbuchenthal und Thury-Harcourt: (von links) Toni Burczyk, Hans Kroth, Jacques Gautier, Guy le Coz, und Jeff Day von Thurys südenglischer Partnergemeinde Seaton.

»Ich bin ein Heimbuchenthaler«: Partnerschaft mit Thury erneuert

Seit zehn Jahren sind die Spessartgemeinde und das normannische Dorf verschwistert

Heimbuchenthal. Gut gewählt war das Gastgeschenk der Gemeinde Heimbuchenthal an die normannische Partnergemeinde Thury-Harcourt: Die Hainbuche hat Heimbuchenthal nicht nur seinen Namen gegeben, sondern steht auch für Festigkeit und tiefe Verwurzelung. Genauso hat die 1988 geschlossene Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden schon tiefe Wurzeln geschlagen und ist in vielen herzlichen und sehr persönlichen Kontakten verankert. Rund 80 Heimbuchenthaler hatten sich mit Bussen und Privatautos auf den Weg in die Normandie gemacht. um dort am Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Partnerschaft teilzunehmen. Auch das Gastgeschenk des Heimbuchenthaler Freundeskreises hatte etwas mit Holz zu tun. Michael Ronalter hatte für den Verein ein Schild mit den Namenszügen von Thury-Harcourt und Heimbuchenthal geschnitzt. Die beiden Namenszüge umschließen die Wappen der verschwisterten Gemeinden und machen so die zwischen beiden Ortschaften entstandenen engen Bande symbolisch sichtbar. Zweiter Bürgermeister Hans Kroth, der für Heimbuchenthals Bürgermeister Rüdiger Stenger eingesprungen war, und Toni Burcz\ k besuchten mit einem großen Osternest die rund 80 Senioren. die in einem Altenheim in Thury-Harcourt ihren Lebensabend verbringen. Zum Programm gehörte Im Hinblick auf die gemeinsamen Wurzeln des christlichen Furopa ein festlicher Gottesdienst in der Kirche von Thury-Harcourt. Anschließend wurde am Ehrenmal für die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges, der gerade in der Normandie auch unter der Zivilbevölkerung große Opfer gefordert hatte, ein Blumengebinde niedergelegt. Bei einer Sitzung der Gemeinderäte Thury-Harcourts und Heimbuchenthals wurde über die Strukturen und Arbeitsbedingungen französischer Gemeinden im Vergleich zu bayerischen Kommunalgesetzen gesprochen. Interessant war, daß ThuryHarcourt bei 1830 Einwohnern neben einem viergruppigen Kindergarten noch drei Schulen. darunter auch pnvate aufweist, die von insgesamt über 1300 Kindern besucht werden. Allerdings sind diese Schulen auch für eine Reihe kleinerer Nachbargemeinden eingerichtet. 19 Gemeinderäte wählen den Bürgermeister und stellvertretenden Bürgermeister. Kommissionen sind für Finanzen, Soziales, Städtebau und Schulen im Gemeinderat eingerichtet. Beim Festakt würdigte Bürtermeister Jacques Gautier die gewachsenen Verbindungen. Bei aller Verschiedenheit habe man im Sinne gegenseitigen Respekts zahllose dauerhafte Kontakte geknüpft und Freunde gefunden. Hans Kroth stellte fest, daß das Zusammenrücken im politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich in Europa eine intakte Völkergemeinschaft, vor allem aber weitgehendes Vertrauen und gegenseitiges Verstehen voraussetze. Letztlich gehe dies nur, wenn eine Partnerschaft auch im Herzen verankert sei. Begegnungen von Familien, der Jugend, von Vereinen, Gruppen und Kirchen seien hier als Bindeglied wichtig und notwendig. Deutlich zeige sich dies zwischen Thury-Harcourt und Heimbuchthal an den vielen Begegnungen und zahlreichen Einzelfreundschaften. Kroth erneuerte das jetzt zehn Jahre alte Versprechen der Gemeinde Heimbuchenthal, sich in diesem Sinne um Verständnis und Freundschaft zwischen den Völkern durch konkrete Schritte zu bemühen. Auch Toni Burczyk würdigte die oft ganz spontan entstandenen Kontakte, die nicht tragfähiger sein könnten. Er meinte auch, in einem zusammenwachsenden Europa seien Gemeindepartnerschaften nicht überflüssig. Dauerhafte Freundschaft könne nicht von oben verordnet werden, sie müsse gehegt und gepflegt werden. Es ist Sache der Jugend, so Burczyk, die Freundschaft weiter in die nächsten Generationen zu tragen und dort zu verwurzeln. Sichtbares Zeichen hierfür waren auch die rund 20 Jugendlichen, welche am Besuch teilnahmen. Guy le Coz, Präsident des Partnerschaftskomitees aus Thury-Harcourt. nahm Bezug auf John F. Kennedys berühmten Satz und meinte: „Ich bin ein Heimhuchenthaler.“ Christine Amrhein auf deutscher und Nathalie Casas auf französischer Seite sorgten als Dolmetscher dafür, daß auch Sprachunkundige informiert wurden.

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