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» ... immer noch ein sehr
schöner
Beruf«
Hubert Willacker über 36 Jahre Schuldienst |
Kreis Aschaffenburg. Zwei Dutzend Volksschullehrer gehen zum Monatsende im Kreis Aschaffenburg in den Ruhestand. Einer von ihnen ist Hubert Willacker. Der 61-Jährige, der 1969 den Schuldienst antrat, unterrichtet in Heimbuchenthal und lebt im Nachbarort Mespelbrunn. Mit Hubert Willacker sprach Thomas Jungewelter. Warum sind Sie Lehrer geworden, mit welchen Erwartungen sind Sie vor die Klasse getreten? Schon in der Katholischen Jugend hatte ich großen Spaß daran, mit Kindern zu arbeiten. Ich habe gehofft, als Lehrer etwas für die Jugend tun zu können. Ich wollte Bildung und Wissen vermitteln, aber auch erziehen. Was ist im Lauf der vergangenen 36 Jahre aus Ihren Erwartungen und Hoffnungen geworden? In gewissen Grenzen haben sich alle Erwartungen erfüllt. Unübersehbar ist: Unser erzieherischer Auftrag hat an Bedeutung verloren, die Wissensvermittlung hat inzwischen eindeutig Vorrang. Die Ursache sehe ich im zunehmenden Druck von außen, in staatlichen Vorgaben genauso wie in den Wünschen und Wertvorstellungen der Eltern. Wenn ein junger Mensch sich im Jahr 2005 für den Lehrerberuf entscheidet - was geben Sie ihm auf den Weg? Ich sage ihm, dass es immer noch ein sehr schöner Beruf ist. Und ich gebe ihm den Rat, nicht nur seine Ideale zu sehen: Wer glaubt, die Welt verändern zu müssen, erleidet schnell Schiffbruch. Ganz ohne Idealismus geht es allerdings auch nicht. Foto: László Ertl |